Irish setter

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Jedes Jahr im Frühjahr findet in den Revieren rund um Moncetz in der Champagne das Europachampionat der Irish Red Setter statt.

Mehrfach war ich schon dort, teils zum Führen und teils nur zum Schauen. Es ist immer wieder eine Augenweide, so viele exzellente Irish Red Setter laufen zu sehen.  So wußte ich, daß angegliedert an das Championat - für das man sich übrigens mit einem Exzellent im FT Couple qualifizieren muß - ein Derby für junge Irish Setter vom Red Club France ausgeschrieben war. So meldete ich mich mit meiner jungen Nachwuchshündin Lia vom Kapellenpfad an.

liaDie weiten Felder und das viele Wild sind dort einfach mehr als reizvoll. Es ist immer wieder ein Erlebnis, aber für die Hunde schon recht schwer, zumal dort auch viele Hasen sind. Die Hühner sitzen sehr locker, streichen sehr sehr früh ab und es ist für die Hunde schwer, sie zu punkten. Nur weit und schnell gehende Hunde, die zügig nachziehen, haben überhaupt eine Chance an das begehrte Wild zu kommen, bzw. es festzumachen. Das Derby fand an zwei Tagen statt, aufgeteilt in zwei Gruppen. Gruppe eins war für die einjährigen Hunde mit 8 Teilnehmern, in der für Deutschland auch Bernd Gimbel mit seiner Irish Setter Hündin Fly startete. Gruppe 2 (zu der auch meine kleine Lia zugehörte) war dann für diejenigen Hunde, die im Jahr 2013 gewölft waren und war mit 19 Hunden besetzt.

Mein Gang mit Lia fand in einem etwas hügligen Terrain statt, so dass die Richter und auch ich gefordert waren, Lia im Auge zu behalten. Lia lief sensationell, sofern man das an dieser Stelle so sagen darf. Ich brauchte nicht pfeifen und es war einfach nur zu schön, die kleine Pippilotta Viktualia, den Namen hat sie sich inzwischen mehr als verdient, über das Feld in schönen Schleifen flitzen zu sehen. Leider fanden wir an dem Tag kein Wild. Umso mehr war ich überrascht zu erfahren, daß ich mich mit diesem Gang für den zweiten Tag qualifiziert hatte. Ich freute mich riesig. Nur 4 Hunde kamen in unserer Gruppe in das Finale. In Frankreich kommt es sehr auf den Stil, den Finderwillen und das Geländemanagement an. Auch Bernd hatte es in seiner Gruppe geschafft mit seiner jungen Fly die Richter zu überzeugen und so starteten wir am nächsten Tag gemeinsam.

  • derby1
  • derby2
  • derby3

Lia hatte am zweiten Tag wieder einen tollen Gang, aber außer Hasen fanden wir zunächst kein Federwild. Das Vorstehen am Hasen zählt in Frankreich natürlich nicht. Wir bekamen einen Wiederaufruf und… ich konnte es kaum glauben, Lia riss es herum, sie stand blitzsauber vor und es strichen Paarhühner ab. Ich war zwar noch nicht bei Lia angelangt, aber sie blieb beim Schuß regungslos am Platz. Was für ein Gefühl!!! Es ist unbeschreiblich!!!! Nachdem alle Hunde durchgeprüft waren, fuhren wir wieder zurück ins Suchenlokal, bzw. auf den Hof, wo allgemeiner Treffpunkt war und warteten bis alle Gruppen,  2 Gruppen Solo und 2 Gruppen Couple, wieder versammelt waren.

liaDann hieß es, wir fahren zur Barrage und - ich konnte es kaum fassen - auch mein Name fiel. Oh Mann, was war ich aufgeregt! Noch nie war ich in einer Barrage gelaufen. Eine Korona von ca. 50 Fahrzeugen fuhr ins Revier an ein riesengroßes Feld, wo alle gut zuschauen konnten. Was ein Gefühl, noch nie war ich so weit gekommen.

Inzwischen war mein Französisch auch schon so weit verständlich, daß ich unsere Vorstellung vor der Korona von Lia und mir auf Französisch abgeben konnte. Lia lief 3 Schleifen und ging auch hierbei einfach nur großartig. Auch die Sieger der anderen Gruppen und auch der andere Hund aus der Derbygruppe liefen in der Barrage.

Am Ende stand fest: Lia hatte das Derby gewonnen! Ein tolles Gefühl! Bei der Siegerehrung war es schön zu hören, daß die Irish Setter aus Deutschland mehr als positiv aufgefallen waren. Lia bekam für ihre Leistung einen riesen Pokal und den Wanderpreis für den Derbysieg. Erstmalig kommt dieser Preis nun nach Deutschland.  


Im Championat liefen für Deutschland: Bernd Gimbel mit seiner Exctasy du Geourg du Denfer, Francois Boitier mit Andy von den Wiesenstrolchen und Michael Kühner mit Beau vom Kapellenpfad, die sich leider, wie viele andere auch, nicht platzieren konnten, aber positiv aufgefallen sind. Europachampion 2015 wurde Gina Bi und Vizechampion Gimac Willy, beide geführt von Giani  Bonatto, Italien.

Wenn man in eine Rasse verliebt ist und man auch ein wenig über den Tellerrand schauen möchte, kann ich nur empfehlen sich diese Prüfung dort mal anzuschauen. Es ist eine riesengroße Gemeinschaft und man fühlt sich dort einfach nur wohl.